Auswandern auf die Philippinen (1): Erster Eindruck

Anfang Mai sind mein Freund und ich auf die Philippinen ausgewandert. Es hat uns jobtechnisch nach Angeles City/Clark auf die Hauptinsel Luzon verschlagen. Mit meinen Berichten möchte ich euch unsere neue Heimat etwas näher bringen.

Jeepney

Jeepney

Verkehr

Tricycles

Tricycles

Viele von euch haben bestimmt schon von asiatischen Verkehrsverhältnissen gehört oder sie selber erlebt. Verkehrsregeln gibt es nicht wirklich, die Straßenführung ist sehr fraglich und überall wuseln Roller und Tricycles rum. Tricycles sind hierzulande die Taxis, ein Motorrad mit Beiwagen, in dem man zu zweit etwas gedrängt sitzt. Die Filipinos passen dort aufgrund ihrer Größe allerdings zu viert rein. Als Stadtbusse fungieren so genannte Jeepneys, die hinterlassenen Militär-Jeeps der Amerikaner. Diese farbenfrohen Gefährte winkt man per Handzeichen zu sich und klopft ans Dach, wenn man aussteigen will. Sie sind das billigste Transportmittel auf denPhilippinen, verkehren allerdings nach keinem festen Fahrplan und die Fahrstrecke ist für Touristen nicht immer nachvollziehbar. Aber fragen hilft ;-) Hupen wird hier eher als freundlicher Hinweis benutzt, z.B. ein Achtung-ich-überhole-dich-Hupen oder ein Ja-ich-lass-dich-vor-Hupen. Auf einer zweispurigen Straße wird trotz Rechtsverkehr prinzipiell links gefahren und rechts überholt. Fast überall gilt das Wenn-du-nicht-fährst-fahre-ich-Gesetz. Wenn man doch mal an einer Ampel steht, zählt diese die Zeit der Rot-, Gelb- und Grünphasen herunter.

Sicherheit...

Sicherheit…

...wer braucht das schon?!

…wer braucht das schon?!

Wetter

Vom Klima her haben wir mit dem Mai einen der heißesten Monate auf den Philippinen erwischt. Es wird durchschnittlich 33° warm, durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlt es sich allerdings erheblich heißer an. Bis zum Mittag ist es meist sonnig, dann ziehen Wolken auf und gegen frühen Nachmittag gibt es oft Hitzegewitter. In Autos, Wohnungen und Läden wird sehr stark runtergekühlt. Der Fahrer, den wir für die ersten Tage hatten, hat die Klimaanlage auf 17° gestellt! Im Hotel haben wir 29° eingestellt, sodass man nachts ohne zu schwitzen schlafen kann und der Unterschied zu draußen nicht allzu drastisch ist. Ab Juni beginnt nun die Regenzeit und wir haben schon einige der starken Regengüsse miterlebt. Schon nach Minuten stehen die Straßen unter Wasser, für viele Kinder ein Riesenspaß :)

Einkaufen, Essen & Trinken

Um der Hitze zu entgehen werden gerade am Wochenende die Malls besucht. Hier kann man sich einen ganzen Tag aufhalten und vor allem für die Kinder ist gesorgt. Es gibt Spieleparadiese wie Kletterburgen, Mal- und Basteltische, Sandkästen, Spielautomaten und sogar Riesenräder sowie Karussells.

Kinderspaß

Kinderspaß

Bei Jollibee ist es immer voll!

Bei Jollibee ist es immer voll

Wenn der Magen knurrt gibt es zahlreiche Restaurants von denen man wählen kann. Zumeist sind das Fast Food-Ketten, die hier sehr beliebt zu sein scheinen. Die längsten Schlangen sieht man bei`Jolibee´, dem philippinischen McDonalds.
Der richtige McDonalds, KFC, Pizza Hut und wie sie alle heißen sind natürlich auch vertreten. Auch zum Einkaufen findet man in den Malls die bekannten Brands wie Mango, The Body Shop, H&M, Forever 21… Bei H&M sind die Preise ähnlich wie bei uns, auch für Hygiene Artikel, Milchprodukte und importierte Früchte zahlt man deutsche Preise oder sogar noch mehr.  Die Restaurantauswahl außerhalb der Malls ist international geprägt. Man kann japanisch, chinesisch, indisch, thailändisch essen gehen, aber auch mexikanisch oder deutsch. Es gibt sogar ein bayrisches Restaurant, einen deutschen Bäcker und einen schweizer Fleischer.

Volkssport scheint hier das Schlange stehen an den Kassen zu sein. Die Kassenbänder funktionieren aus Prinzip schon mal nicht, sodass man seinen Einkauf immer weiter nach vorne schieben muss. Und die Kassiererin und der Einpacken haben Zeit ohne Ende, da kann man ohne Probleme eine Stunde anstehen…

Reisangebot

Reisangebot

Mitarbeiter gibt es ausreichend, an den Kassen geht`s trotzdem nicht schneller ;)

Mitarbeiter gibt es ausreichend, an den Kassen geht`s trotzdem nicht schneller ;)

 

Einheimisches Essen

Einheimisches Essen

Um die einheimische Küche kennenzulernen haben wir den Wochenmarkt besucht und auch Streetfood probiert. Immer wieder sieht man am Straßenrand Stände mit ein paar Kochtöpfen oder ein Wägelchen mit Grill. Es wurde uns zwar zur Vorsicht geraten, aber bisher hat es gut geschmeckt und die Preise sind unschlagbar. Natürlich gibt es zu vielen Mahlzeiten Reis oder alternativ Nudeln. Mein Freund hatte eine Art Bolognese aus Schweinehack mit Gemüse und ich ein Hähnchencurry. Es werden auch zahlreiche Spieße mit verschiedenen Fleischsorten angeboten oder z.B. Zwiebelsuppe.

Um nicht immer nur Wasser zu trinken greift man hier auf Buko (Kokosnusssaft) oder den Calamansi Saft zurück, der aus einer Art kleinen Zitrone gepresst wird. Beides ist sehr erfrischend und schmeckt köstlich. Daneben werden zahlreiche Fruchtshakes mit lokalen Früchten angeboten. Die Liste ist ewig lang, mir schmecken die Mangos bisher am besten!

 

Hier bekommt man den erfrischenden Buko!

Hier bekommt man den erfrischenden Buko!

Die Calamansi-Frucht

Die Calamansi-Frucht

Große Auswahl an Obst

Große Auswahl an Obst

Die Filipinos

Die Filipinos sind bisher alle sehr freundlich, zuvorkommend, lustig und ohne Hemmungen.
Als `weißer Ausländer´ wird man schon sehr gut behandelt. Wir werden immer mit Sir oder Ma`am angesprochen, Türen werden aufgehalten, Gepäck wird getragen… daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Auf einer Firmenfeier wurden Spiele gespielt, bei denen ich mich doch etwas gescheut hätte mitzumachen, aber für die Mitarbeiter war es ein großer Spaß. Fotografieren lassen sich die Filipinos sehr gerne und manchmal wird mir sogar zugerufen, dass ich auch von anderen ein Foto machen soll.

Karaoke ist das Lieblingshobby!

Karaoke ist das Lieblingshobby!

Auf einer Geburtstagsfeier im Hotel durften wir das erste Mal den einheimischen Talenten beim Karaoke zuhören. Sowieso wird überall gesungen und mitten im Einkaufsladen probiert ein Filipino eine neue Karaoke-Maschine aus.

 

 

Filipinos posieren gerne ;)

Filipinos posieren gerne ;)

Zum Thema Pünktlichkeit gibt es solche und solche. Unser Fahrer war am ersten Tag 30 Minuten vor der verabredeten Zeit am Hotel und auch danach immer überpünktlich, dafür muss man bei Terminen schon mal 1,5 Stunden warten.

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